| Ihr sitzt an einem Tisch in einer recht vollen aber sauber und gemütlich wirkenden Taverne. Rechts neben dem offenen Feuer steht ein sechsarmiger, grob humanoider Automat, der auf 3 Instrumenten leise Musik spielt. Auf dem Tisch steht ein Pitcher mit heißem, feurig-scharfem Honigwein, dem traditionellen lokalen Getränk. Euer Weg hierher war recht beschwerlich, musstet ihr doch ein Ebenenportal passieren um eines der drei großen Gebirge zu erreichen, die diese kleine materielle Ebene begrenzen. Spätestens in der Festung, die den durch das Gebirge führenden Tunnel bewacht, habt ihr den Sinn als Gruppe weiter zu reisen eingesehen. Denn in den Tunneln lauern grad heutzutage mehr Kreaturen denn je. Also habt ihr Euch in Begleitung einiger anderer Abenteurer und einiger Händler auf den Weg gemacht und euch durch den Tunnel gekämpft. Auf der anderen Seite bot sich euch ein majestätischer Anblick. Umgeben von drei Gebirgen standet ihr am Rand eines Abgrunds, der scheinbar endlos in die Tiefe führt und den gesamten Raum innerhalb der Gebirge einnimmt. Wo eine weitläufige Talebene sein sollte, befindet sich nur bodenlose Schwärze. Hoch über diesem Abgrund hängt eine tief dunkelrote Sonne an einem wolkendurchzogenen Himmel, aus dem gigantischen Ketten bis tief in den Schacht hinabreichen. An diesen Ketten hängt auf Höhe der Gebirge Euer Ziel, eine düster und zugleich faszinierend wirkende Stadt mit vielen Türmen, so vielen, dass quasi jedes Haus über mindestens einen Turm verfügt. Die Hitze flimmert über der Stadt, deren Dächer und oberen Bereiche der Gebäude schwarz sind, je tiefer man jedoch schaut, desto mehr geht das Schwarz über in ein glühendes Rot, wie dunkles Magma. Sie ruht auf einem dunklen Steinsockel, der mindestens ebenso tief wie die Stadt mit ihren Türmen hoch ist. Aus diesem Sockel ragen ebenfalls unzählige Ketten heraus, die in die Tiefe führen. Manche enden einfach, manche sind so lang, dass sie sich in der Schwärze verlieren, riesig, endlos. Acht große Tore bewachen die Zugänge zur Stadt, zu der man nur über acht gigantische Brücken gelangt. Die Brücken verbinden die Tunnel der Gebirge mit den Stadttoren und werden selbst ebenfalls von riesigen Ketten gehalten. Auch ihr seid über eine dieser Brücken marschiert und fandet euch plötzlich inmitten eines schummrig erleuchteten Häusergewirrs wieder. Wie ihr schnell erkannt habt, gibt es keine Straßenbeleuchtung, denn die roten Mauern strahlen genug Licht ab, dass die Straßen immer schummerig beleuchtet sind. Begibt man sich zum Rand der Stadt kann man ohne Probleme die Stadtmauern betreten und hinunter in den Abgrund schauen. Aus der scheinbar bodenlosen Schwärze des Abgrunds steigen Hitze und manchmal faulige Gerüche empor, so dass ihr fast immer einen Hauch von Fäulnis und Schwefel in der Nase habt. Dies ist die Stadt, in der ihr nun sitzt, die Stadt der Ketten, die Stadt, in der Söldner nie arbeitslos sind, unter der Abenteurer immer etwas verlockendes finden. Die Stadt, die sich einer Legende nach von den Seelen der in ihr getöteten Wesen nährt. Bakku-Shan. --- Während ihr euer Bier trinkt und darüber diskutiert, was ihr als nächstes tun wollt, wie und womit am besten eure inzwischen arg geschrumpfte Reisekasse auffüllen könnt, registriert ihr plötzlich ein etwa 10 jähriges Mädchen, das ruhig und ein wenig schüchtern etwa 1,5 m von eurem Tisch entfernt steht und euch anstarrt. Sie nagt am Nagel ihres rechten Zeigefingers, in der linken Hand hält sie eine kleine Sackpuppe, die kaum größer ist als ihre Hand. Wer seid ihr?, fragt sie mit einem Lächeln als ihr sie bemerkt und der Schalk schleicht sich in ihre Augen. Ich bin Leonie und ihr wollt mit mir würfeln! Wartet kurz, ich hole schnell die Würfel. Damit dreht sie sich um und verschwindet am Tresen und der Wirtin vorbei im hinteren Bereich der Taverne. Leicht verdutzt schaut ihr einander an. Einige Momente vergehen, ein paar mehr als nötig wären um Würfel zu holen, dann vernehmt ihr untermalt von der sanften Melodie des Musikautomaten unter euch ein Krachen von Holz und Steinen und den spitzen Schrei eines Mädchens. Einen Augenblick später kracht es erneut, der Boden unter euren Füßen hebt sich und schleudert euch umher wie Puppen. Metallenes Kreischen, Angstschreie, berstendes Holz und sanfte Melodien vereinen sich zu einer poetisch-grausigen Symphonie, in die sich von unten erneut Leonies Schreie mischen während sich vor euch zwei riesige, Dampf ausstoßende metallene Gliedmaßen aus dem Loch schieben. | |